[Montagsfrage]: Beeinflusst die Jahreszeit aktuell dein Leseverhalten/die Bücher, zu denen du greifst?


Hallo zusammen, 

ich hoffe, ihr habt heute alle einen guten Start in die Woche?! 
Auch diese Woche möchte ich die interessante Bloggeraktion "Montagsfrage" von Buchfresserchen nicht missen und nehme daher wieder gerne teil. 
Jede Woche wird eine neue Montagsfrage veröffentlicht, die man innerhalb von 7 Tagen beantworten kann.

Die Frage für diese Woche lautet:

Beeinflusst die Jahreszeit aktuell dein Leseverhalten/die Bücher, zu denen du greifst?

Ich muss gestehen schon ein wenig, was man wahrscheinlich schon anhand meiner aktuellen Bücher feststellen kann. 😊
Ich liebe zu dieser Jahreszeit beispielsweise Weihnachts- bzw. Winterromane, da sie, wie ich finde, einfach perfekt zur aktuellen Stimmung passen. Und selbst wenn man mal nicht in der "perfekten" Stimmung ist, helfen sie einem sich hineinzufühlen. 
Ich liebe auch Sommerromane im Sommer, da sie selbst beim wechselhaften deutschen Sommerwetter ein tolles Sommerfeeling vermitteln können. Wenn schon draußen nicht die Sonne scheint, dann halt in den Büchern! 😋
Aber natürlich lese ich auch Jahreszeitenunabhängig Bücher. Zwar eher weniger Weihnachtsromane im Sommer, aber ansonsten bin ich da eigentlich auch besonders flexibel. Bestimmte Bücher für Frühling und Herbst habe ich beispielsweise nicht direkt vor Augen!

Wie sieht's bei euch aus?

Vorweihnachtliche Grüße
Babs

[Rezension] "Winterzauberküsse" von Sue Moorcroft

Buchinformationen: (Quelle: http://www.fischerverlage.de/)

Taschenbuch
Aus dem Englischen von Christiane Winkler
Preis € (D) 9,99 | € (A) 10,30
ISBN: 978-3-596-29635-4


Klappentext:

Liebesfunkeln braucht keinen Wunschzettel!
Hutmacherin Ava trifft Sam auf einer hippen Londoner Vorweihnachtsparty. Er hat einen Auftrag für sie: ein Hut als Geschenk für seine schwerkranke Mutter Wendy – vielleicht wird es ihr letztes Weihnachten sein. Als Wendy in Avas Studio kommt, glaubt sie voller Freude, Sam sei mit Ava zusammen. Sam bittet Ava, diesen Irrtum nicht aufzuklären, sondern so zu tun, als wären sie ein Paar – nur für die Vorweihnachtszeit…
Der perfekte Winterroman für alle, die Romantik suchen.


Meine Meinung:

Ich bin auf das Buch aufgrund des interessanten und liebenvollen Covers aufmerksam geworden. Als ich dann den Klappentext las, wusste ich: Das Buch muss ich lesen! Zumal ich Weihnachtsromane generell mag.
Sobald ich anfing zu lesen, hat mich das Buch in seinen Bann gezogen. Sue Moorcroft schreibt auf leichte, aber zugleich auch sehr bildhafter Sprache, so dass man der Handlung gerne folgt.

Im Mittelpunkt des Geschehens steht die junge Hutmacherin Ava, die auf einer Weihnachtsparty auf Sam trifft. Auf der Party hat Ava eine Auseinandersetzung mit ihrem Exfreund, der sie auch später noch ziemlich bedrängt. Sam, quasi als Ritter in goldener Rüstung, begleitet Ava mit nach Hause.
Als er erfährt, womit Ava ihr Geld verdient, bittet er sie für seine kranke Mutter Wendy einen Hut zu Weihnachten anzufertigen. Aufgrund eines Missverständnisses denkt Wendy, dass ihr Sohn mit Ava zusammen ist. Beiden fällt es aufgrund von Wendys Zustand schwer dies aufzuklären und spielen dabei mit. Und obwohl sie beide versuchen gegen ihre Gefühle anzukämpfen, ist die Anziehungskraft manchmal größer als gedacht. Sowohl Ava, als auch Sam sind eigentlich noch nicht bereit für eine neue Beziehung. Aber manchmal ist wollen halt nebensächlich. Letztendlich müssen die beiden entscheiden, inwiefern sic sich von ihrer jeweiligen Vergangenheit die Zukunft beeinflussen lassen.

Dieses Buch fängt ein tolles Weihnachtsflair ein und verbindet dies mit Romantik, einer Prise Dramatik und einem ernsten Unterton zu einem wundervollem Ganzen. Man fliegt förmlich durchs Buch und ist gefangen von den Ereignissen.
Das Buch greift die Themen Krebs, unerfüllte Liebe, Rache, Cybermobbing, Boulevardpresse und weitere tagesaktuellen Themen wie selbstverständlich auf und verwebt sie perfekt in eine tolle romantische Weihnachtsgeschichte. Hier steht nicht der übliche Charles Dickens - Schwerpunkt im  Mittelpunkt, sondern vielmehr als normale menschliche Miteinander. Dadurch wirkt alles so lebensnah und real.
Die einzelnen Figuren wirken größtenteils bis hin zu den Nebenfiguren wohldurchdacht, so dass es einem leicht fällt sich in sie hineinzuversetzen. Sämtliche Figuren tragen mehr oder minder schwere Bürden mit sich rum, die alle Auswirkungen auf die Geschehnisse haben. Nach und nach kommen dunkle Geheimnisse zu Tage, die die Handlung in neue Richtungen drängen und der Spannung Auftrieb geben. Und auch wenn man nicht mit allen Handlungen der Charaktere einverstanden ist, erkennt man schnell, dass diese glaubhaft sind und diese dadurch realer erscheinen.

Der einzige leichte Kritikpunkt, den ich anbringen kann und möchte ist, dass die Handlung für meine Begriffe am Ende etwas zu schnell endet und manches sich doch etwas zu einfach in Wohlgefallen auflöst, obwohl die Themen noch wenige Seiten zuvor ziemlich aufgebauscht wurden. Hier hätte vielleicht ein paar mehr Seiten nicht geschadet, um den ganzen einen sinngemäßeren Abschluss zu gönnen.

Gesamtbetrachtet ist dies ein wunderschöner Weihnachtsroman, mit einer Prise Dramatik, einer Menge Romantik und ernstem Unterton! Daher bekommt es von mir auch wohlverdiente starke 4 (von 5) Punkte.

Wer nun neugierig aufs Buch geworden ist, findet hier eine *Leseprobe*

[Rezension] "Ich bin der Zorn" von Ethan Cross

Buchinformationen: (Quelle: https://www.luebbe.de)

10,90 €
BASTEI LÜBBE
TASCHENBUCH
THRILLER
495 SEITEN
ISBN: 978-3-404-17421-8
ERSTERSCHEINUNG: 11.11.2016


Autoreninfo: (Quelle: https://www.luebbe.de)

Ethan Cross ist das Pseudonym des amerikanischen Thriller-Autors, der eigentlich Aaron Brown heißt.
Schon immer war er fasziniert von Geschichten und wusste bereits früh, dass er Schriftsteller sein will. Bereits zu Schulzeiten schreib er ein komplettes Drehbuch und versuchte auch in der Filmindustrie Fuß zu fassen. Doch seine Liebe zur Musik war damals stärker. Er lebte diesen Traum als Sänger und Gitarrist, doch das Schreiben ließ ihn nie los.
Seinen ersten Thriller „The Shepherd“ veröffentlicht er schließlich 2011. Zwei Jahre später erscheint das Buch in Deutschland unter dem Titel „Ich bin die Nacht“. Damit beginnt eine erfolgreiche Thriller-Reihe um die ungleichen Protagonisten Francis Ackerman junior und Marcus Williams.
Ethan Cross lebt mit seiner Frau und drei Kindern in Illinois, USA.


Klappentext:

In einer Strafanstalt in Arizona ereignet sich ein blutiger Amoklauf. Scheinbar wahllos erschießt ein Gefängniswärter mehrere Menschen. Zu seinem Motiv schweigt er. Das ruft Bundesermittler Marcus Williams auf den Plan. Rasch findet er heraus, dass der Wärter von einem psychopathischen Killer erpresst wurde, der sich selbst Judas nennt. Um die Identität des Judaskillers aufzudecken, tut Marcus sich erneut mit seinem Bruder Francis Ackerman jr. zusammen, dem berüchtigtsten Serienkiller der Gegenwart:  Marcus ermittelt außerhalb der Gefängnismauern, Ackerman jr. undercover unter den Häftlingen. Was beide nicht ahnen: Der Judaskiller verfolgt weitaus größere Ziele als nur ein paar Morde …


Meine Meinung:

Obwohl ich eigentlich ja nicht die typische Thrillerleserin bin, hat Ethan Cross mich bereits mit seinem ersten Band "Ich bin die Nacht" in seinen Bann gezogen und nicht mehr losgelassen. Daher war ich auch froh, dass ich den Roman im Rahmen einer Leserunde bei lovelybooks gewann,
Kaum hatte ich es in meinen Händen, musste ich auch schon loslesen. Und was soll ich sagen: Ethan Cross bleibt weiterhin spannend, wenn auch hier mit leichten Abstrichen.

In diesem Roman sollen Marcus und Ackerman den Amoklauf in einem neuartigen Gefängnismodell ermitteln. Francis Ackermann wird dabei undercover als Gefangener im Gefängnis eingeschleust, während Marcus wie gewohnt von außen ermittelt. Beide haben leichte Probleme mit ihrer jeweiligen Rolle: Ackerman zum Einen, weil er sich bedeckt halten soll, etwas was ihm als Psychopat extrem schwer fällt. Und Marcus scheint nach den Ereignissen der letzten Zeit ein wenig an Energie verloren zu haben. Aber beide gehen vor, wie man es von ihnen gewohnt ist: Jeder auf seine eigensinnige Art und nicht immer ganz regelkonform!
Bei ihren Ermittlungen stoßen sie aus einem Netz aus dunklen Machenschaften, das vom düsteren Psychokiller Judas gesponnen wurde und immer größere Kreise zieht. Mehr als einmal geht es um Leben und Tod. Und auch wenn man ahnt, dass es für die meisten Beteiligten (zumindest die, auf die es ankommt, wie Marcus, Ackermann und Maggie) gut ausgeht, fiebert man richtig mit.
Unterstützt wird der Judaskiller von seinem "Diener" Demon. Demon kommt echt geistesgestört rüber, so dass man fast ins Grübeln kommt, wer schlimmer ist: Demon oder Judas?!

Ethan Cross bleibt seinem Erzählstil auch in diesem Roman auf jeden Fall treu und vermittelt von Anfang an eine tolle, wenn auch düstere Stimmung. Francis Ackerman ist erneut der, den man bereits kennt und überzeugt mit seiner subtilen Trockenheit und seinen Machtspielchen. Auch im vierten Roman bin ich mir immer noch unschlüssig, ob ich ihn wirklich so abartig finden soll, weil er immer wieder auch menschliche Züge zeigt. Aber ich finde gerade das macht ihn aus und erzeugt Spannung.
Ich muss aber auch gestehen, dass ich insbesondere bei den neuen Figuren, die ich noch nicht aus den vorherigen Bänden kannte bzw. dort nicht eine so große Rolle spielten, anfangs ein wenig durcheinander kam. Aber das legt sich nach einer Weile und man hat ein Bild von den Figuren vor Augen. Insbesondere Judas scheint auf jeden Fall hochintelligent und durch seine Vergangenheit äußerst willensstark zu sein. Auch wenn ich bereits frühzeitig eine Ahnung hatte, wer sich hinter dem Killer verbarg, blieben immer noch starke Überraschungsmomente. Judas ist ein echter Psychopat und hat sich echt fiese Spielchen ausgedacht, die die Beteiligten zu bestreiten haben. Ich denke Judas und Francis Ackerman sind sich ziemlich ähnlich. Lediglich mit dem Unterschied, dass Francis quasi zum Mörder erzogen wurde und Judas einen angeborenen Trieb hatte.

Man merkt beim Lesen auf jeden Fall schnell, dass jede Figur für sich dabei ist seine Kämpfe auszufechten und sehr viel Zorn in sich spürt. Dies geht bis hin zu eher nebensächlichen Charakteren, wie Marcus Sohn Dylan. Es scheint fast so, als hätte sein Großvater auch ihn zu einem Killer gemacht, so aggressiv er auf Provokationen reagiert. Wobei ich mich auch ein wenig gewundert habe, warum Marcus ihn mitnimmt und zwischenzeitlich einfach im Motelzimmer lässt. Das lässt ihn ja auch nicht wirklich unbeteiligt, oder?! Allerdings ist dies nicht der einzige Kritikpunkt, den ich inhaltlich anbringen möchte, sondern auch die Tatsache, dass Dylans Verhalten am Anfang ziemlich aufgebauscht wird und zu einem späteren Zeitpunkt irgendwie keine Rolle mehr zu spielen scheint.

Ich fand es durchaus vorteilhaft schon die Vorgeschichte von Ackerman und Marcus zu kennen, da man dadurch manches viel besser nachvollziehen kann. Zwischendurch nimmt die Handlung nämlich durchaus auch Bezug auf vorangegangene Ereignisse, wenngleich diese auch eher nur angerissen werden.
Allerdings denke ich, dass das Buch und insbesondere Francis Ackerman auch faszinieren können, wenn man die Vorgeschichte noch nicht kennt.

Ethan Cross beleuchtet mit seinem Roman auch ein neues Gefängniskonzept, bei dem man sich beim Lesen nicht sicher ist, ob man dieses gut finden soll oder nicht?! Auf mich wirkte das Sicherheitssystem des Gefängnisses in jedem Fall etwas befremdlich, da ich mich gefragt habe, wie wenige Wärter nur unterstützt von einem, wie ich durchaus zugeben muss, sehr intelligenten Computersystems so viele Gefangene unter Kontrolle halten kann.

Im Roman verlaufen verschiedene Handlungstränge oftmals ziemlich parallel. Und auch, wenn es auf den ersten Blick manchmal etwas verwirrend erscheint, macht gerade dieser Umstand gerade Sinn, da die Handlungsstränge sich immer wieder überkreuzen und dadurch Verbindungen entstehen.
Ich finde es sogar eher gut, dass vieles gleichzeitig passiert, da dadurch Dramatik aufgebaut wird. Es wirkt dadurch viel realistischer.
Allerdings muss ich durchaus auch sagen, dass die Handlung in diesem Roman durchaus auch leichte inhaltliche Schwächen hat. So finde ich es beispielsweise Ackermans Tarnung ziemlich schlampig. Müsste er nicht alleine schon wegen seines Äußeren identifiziert werden können. Immerhin war er mal einer der meistgesuchten Männer des Landes. Und dann transportiert man ihn zunächst in einer hochgesicherten Kiste, um ihn dann in einen ganz normalen Gefangenentransporter zu überführen?! Schon ein wenig merkwürdig, oder?!

Das Buch endet in einem, meiner Meinung nach, ziemlich offen. Auch wenn Marcus und Francis den Fall scheinbar lösen können, bleiben nicht nur Fragen unbeantwortet, sondern geben durch die Erwähnung eines neuen Killers auch direkten Ausblick auf einen weiteren Roman. 

Insgesamt betrachtet ist dies erneut eine tolle Fortsetzung, wenn auch mit leichtem Abzug. Ethan Cross verbreitet mit Francis Ackerman wieder seine gewohnte Spannung. Dieses Mal allerdings mit leichten Ungereihmtheiten! Daher bekommt das Buch von mir starke 4 (von 5) Punkte